Kreisstadt soll mehr für Bussystem zahlen

Visbeker Ausschuss vertagt Entscheidung über Nahverkehrskonzept "Mobil um Vechta"

Visbek. Bei der Sitzung des Finanzausschusses des Visbeker Gemeinderats fielen deutliche Worte. Die Politiker wollen zunächst keine Beteiligung am Nahverkehrskonzept "Mobil um Vechta", wenn die Stadt Vechta keinen höheren Anteil an dem neuen Bussystem zahlt. Die Kreisstadt profitiere am meisten von dem kreisweiten öffentlichen Nahverkehr. Deshalb vertagte der Ausschuss einstimmig die Entscheidung. Die Kreisverwaltung sollte zum Thema Kostenverteilung noch einmal das Gespräch mit der Stadt suchen.


Grundsätzlich, so betonten mehrere Ausschussmitglieder, sei der öffentliche Busverkehr in der Gemeinde gewollt. Nicht akzeptieren wollten die Politiker aber, dass die Stadt Vechta sich nur für Langförden finanziell an der Umsetzung beteiligen will und ansonsten auf das eigene sehr kostspielige Stadtbussystem verweise. Zwei öffentliche Buslinien sind für die Gemeinde Visbek geplant. Der Landkreis Vechta hatte im Auftrag der Städte und Gemeinden in Zusammenarbeit mit Busunternehmen ein Nahverkehrskonzept entwickelt. Das soll auch älteren Menschen und Menschen ohne Auto mehr Mobilität innerhalb des Landkreises ermöglichen. Auch sollen die kleinen Busse für den Weg zur Arbeit genutzt werden können. Visbek wäre bei einer Umsetzung mit zwei Linien vertreten: Eine führt von Deindrup über Visbek zum Bahnhof Rechterfeld, die zweite von Vechta über Visbek bis nach Varnhorn. Auch die anliegenden Bauerschaften werden angefahren. Außerdem können Busse per Telefon zu verschiedenen Haltestellen entlang der Strecke gerufen werden. Die Gemeinde Visbek wäre nach den aktuellen Berechnungen finanziell mit rund 24.000€ im Jahr an der Umsetzung beteiligt. Diese Beteiligung an den Gesamtkosten richtet sich nach Fläche und Einwohnerzahl. Durch die Busverbindungen in die Gemeinde Visbek profitiere vor allem die Stadt Vechta, erklärte der Finanzausschussvorsitzende Erich Wesjohann. Für die Visbeker sei es dann einfacher die Vechtaer Einzelhändler zu erreichen. Durch die zu erwartende Nutzung des Stadtbusses würde das stadteigene System außerdem durch die Gemeinden mit unterstützt.
Er störte sich auch daran, dass das Konzept wohl auch in Zukunft niemals kostendeckend werde und die Kommunen auch nach dem für zwei Jahre geplanten Pilotprojekt weiter für die Busse zahlen müssten.