Wilmering steigert mit

Geboten wird durch das Hochhalten der blauen Karte.

 

Herford (nw). Es wirkt so, als würden die Busse in der Halle des VMR-Betriebshofs Spalier stehen, als Auktionator Hubert Küpers gegen 11 Uhr seine Arbeit aufnimmt: die Versteigerung eines Traditionsunternehmens.

 

 

Mehr als 150 Bieter sind gekommen. Autos aus Düren, Schaumburg oder Cochem, aber auch aus Belgien, Polen und Rumänien parken auf dem Betriebshof. 1000 Positionen - von der Alu-Stehleiter über die mehr als 30 Busse, Autos und Lkw, bis zur rollbaren Zapfanlage - werden versteigert.

Unter den Bietern und Besuchern sind viele ehemalige VMR-Mitarbeiter. "Ich möchte mal sehen, ob von meinem ehemaligen PC-Arbeitsplatz noch etwas zu gebrauchen ist", sagt Stephan Mundry (35), der nach dem Verlust seines Jobs nun bei einem Unternehmen "probearbeitet". Andere Bieter, wie Kahalid Boudount haben es auf Werkzeug abgesehen. "Das ist für mich interessant. Ich biete auf das, was günstig ist", sagt der Bünder. Doch bis die für ihn wichtigen Positionen von Auktionator Küpers aufgerufen werden "wird noch eine ganze Zeit vergehen", sagt er mit Blick auf den Katalog.

Von 8.30 Uhr bis 11 Uhr hatten die Interessenten Fahrzeuge und Gegenstände untersuchen können. Das Kirchlengeraner Versteigerungsunternehmen IVG projiziert vom Winkelschreibtisch bis zum Bus alles per Beamer auf eine Leinwand.

Aus Friesland ist Omnibus-Händler Hannes Bader gekommen. Als Fachmann hat er einen sehr differenzierten Blick auf das Angebot: "Die Busse waren bis zuletzt im Einsatz. Einige sind sehr interessant, wie etwa ein 2008er Mercedes und ein anderer aus dem Baujahr 2000. Aber viele der Busse sind alt und mürbe." Weitere neuere Busse des insolventen Unternehmens, die auf dem Betriebsgelände parken, tragen Aufkleber mit den blauen Versteigerungsnummern. Neue Fahrzeuge sind teuer - das erkläre auch das Interesse, berichtet Thomas Schönebeck (52), der bis zuletzt als Werkstattleiter in Herford und Minden für die Instandhaltung und Reparatur der Fahrzeugflotte zuständig war. "Die Preise für neue Gelenkbusse liegen bei etwa 320000 Euro. Bei den anderen Bussen liegt der Preis bei etwa 220000 Euro." Mit einem Schlüssel verschließt er die Tür eines der Gelenkbusse.