Schlarmann: „Wollen Menschen mehr Mobilität bieten“

Kreis, Kommunen und Busfirmen wollen sich auf zweijährigen Modellversuch mit Anrufbussen verständigen

Den Kreis Vechta auf die Herausforderungen der alternden Gesellschaft rechtzeitig vorbereiten – das hat sich die Kreis-CDU auf ihre Fahnen geschrieben. Jetzt hat die CDU Kreistagsfraktion dazu einen sehr konkreten Beschluss gefasst: Gemeinsam mit den Kommunen und Busunternehmen vor Ort soll der Landkreis Vechta einen kreisweiten öffentlichen Personennahverkehr entwickeln.

 


 

„Die ersten Busse sollen im April oder Mai 2013 fahren“, erklärte gestern der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Josef Schlarmann. „Der Grundsatzbeschluss ist in der CDU Kreistagsfraktiongefasst“, bestätigte der Kreistagspolitiker aus Lohne. Geplant sei ein Modellprojekt für zwei Jahre, „mit Anrufbussen“, so Schlarmann, „und dort, wo es sich lohnt, auch mit festen Buslinien.“ Danach werde eine erste Bilanz gezogen. Nach bisherigen Berechnungen müsse der Landkreis das Projekt pro Jahr mit maximal 340 000 Euro bezuschussen. Auf die Verkehrsgesellschaft der heimischen Busunternehmen entfielen maximale Kosten von 182 000 Euro. Von den Städten und Gemeinden erwarte die CDU-Kreistagsfraktion einen jährlichen Zuschuss von insgesamt 257 000 Euro. Auch das Land Niedersachsen solle um Mittel gebeten werden. Wird das kreisweite Busnetz angenommen, kommen die Einnahmen zunächst den Busunternehmen zugute, erklärte Schlarmann. Der Nahverkehr soll mit Minibussen alle Städte und Gemeinden und auch größere Betriebe anfahren. Koordiniert werden die Busfahrten von einer Mobilitätszentrale. Details sollen in den nächsten Monaten die Verkehrsgesellschaft der örtlichen Busunternehmen und der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen erarbeiten. „Die Anregung zu diesem Modell ist von den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden ausgegangen“, sagte Schlarmann. Er gehe davon aus, dass die Kommunen nun auch mitmachten. „Wir ziehen das Projekt auf jeden Fall durch“, sagte Schlarmann für den Fall, dass sich eine Gemeinde aus finanziellen Gründen nicht beteiligen wolle. „Wir wollen den Menschen mehr Mobilität bieten und auf den demographischen Wandel reagieren“, erläuterte Schlarmann. Vor allem ältere Menschen seien künftig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Zudem werde das Nahverkehrsnetz den Kreis Vechta für Fachkräfte noch attraktiver machen. Wichtige Gewerbegebiete und große Arbeitgeber im Kreis sollen an das Streckennetz angeschlossen werden. „Busse aus Damme und Holdorf sollen zum Niedersachsenpark fahren“, erklärte Schlarmann. „Zwischen Lohne und Dinklage könnten die Busse bei Delo, Politec und Pöppelmann halten.“